Geschichte

Osdorfer Sportverein

Osdorfer SV

Die Historie des Osdorfer Sportvereins

1925 wählten 75 sportbegeisterte Bürger Heinrich Staack zum Vorsitzenden eines Osdorfer Sportvereins. Gastwirt Adolf Ehlers stellte nicht nur das Vereinslokal, sondern überließ auch seine Hauskoppel und seinen Saal den Sportlern als Übungsstätten. Im Sommer spielte man Schlagball und Faustball oder trieb Leichtathletik. Im Winter begann jeder Turnabend mit dem gemeinsamen Lied "Turner, auf zum Streite!". Darauf lockerte man sich mit ausführlichen Freiluftübungen, deren Höhepunkt die "große Pyramide" aus 15 - 20 Sportlern bildete. Der verstellbare hölzerne Barren und das große Reck waren nach Feierabend in Osdorfer Handwerksstuben entstanden. Wettkämpfe trug man mit Begeisterung gegen befreundete Vereine in Gettorf, Dänischenhagen, Bornstein, Revensdorf und Felm aus. Eine Urkunde zeugt von dem "uralten" Rivalenkampf Gettorf gegen Osdorf: Am 25.09.1927 schlug der OSV von 1925 die 1.Mannschaft des Gettorfer Turnvereins im Faustball mit 72:71. Von 1927 - 1929 leitete Lehrer Engel den OSV, danach übernahm wieder Heinrich Staack den Vorsitz 1934 mußte sich der Sportverein im Zuge der politischen Entwicklung auflösen.

Nach dem zweiten Weltkrieg regte sich in Osdorf wieder der Sportsgeist. Schon am 12. März 1946 wurde ein neuer OSV ins Leben gerufen. Die damalige Militärregierung "genehmigte" Otto Runge als Vorsitzenden und überprüfte die übrigen Vorstandsmitglieder auf "politische Unbedenklichkeit". Im Mittelpunkt standen Handballspiele. Trotz mangelnder Ernährung, fehlender Sportkleidung und schlechten Schuhwerks herrschte allgemeine Begeisterung. Ganze Familien fuhren mit "Gesang und Hallo" auf Pferdewagen zu den Freundschaftsspielen nach Dänischenhagen, Surendorf und Eckernförde, ja sogar bis nach Owschlag. So mancher Osdorfer erinnert sich noch heute mit Schmunzeln an das Vereinsfest am 14.Februar 1948. Darüber steht im Protokoll: "Der Auftritt und der Erfolg der Varieté-Gruppe wurden empfindlich gestört durch die Razzia eines Zollkommandos, das durchaus die Stimmung des Abends verderben wollte. Dieses ist ihnen aber nicht gelungen!". Die Gesetzeshüter fahndeten nach verbotenem Schnaps, aber die Osdorfer waren von Felm aus telefonisch vorgewarnt worden. In dieser Zeit erlebte der Verein unter seinem Vorsitzenden Stadelmann (1947 - 1949) mit 204 Mitgliedern seine aktive Blütezeit. Die Währungsreform mit ihren widrigen Begleitumständen erwies sich als ein klippenreiches Fahrwasser für das Vereinsschiff. Vorsitz und Vorstand wechselten sich jährlich ab, bis 1952 der Sportverein aufgelöst werden mußte. Unsere Sportler wanderten zumeist nach Gettorf ab, wo vorübergehend ganze Fußballmannschaften aus Osdorfern bestanden.

1956 wagten jugendliche Sportbegeisterte, angeregt durch den damaligen Konrektor der Osdorfer Schule, Günter Dumcke, zum dritten Mal einen Sportverein ins Leben zu rufen (siehe Gründungsprotokoll). Der Fußballsparte folgten noch im selben Jahr Tischtennis und Turnen. In rascher Folge ergänzten Sparten für Gymnastik, Leichtathletik, Sportschützen, Handball, Faustball, Schach und Leistungsturnen das sportliche Angebot. Zu den organisatorischen gesellten sich auch bald die sportlichen Erfolge. 1959 wurde der "alte" Sportplatz gebaut, 1968 kam die Turnhalle hinzu.

Heute läßt sich der OSV mit seinen 865 Mitgliedern unter dem Vorsitz von Joachim Iwers aus dem Leben der Gemeinde gar nicht mehr wegdenken.

(Quelle: "100 Jahre Gemeinde Osdorf") 

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